PV-Anlagen machen von Strompreisen unabhängiger, liefern nachhaltige Energie und schonen Ressourcen. Damit das gelingt, kommt es auf die richtige Solaranlage, passend zu Strombedarf, Standort und Budget an. Um eine erfolgreiche PV-Anlage selber zu planen, ist ein verlässlicher Partner hilfreich. Wir erklären, wie eine gründliche PV-Planung aussieht und wie Sie Ihre individuelle Komplettlösung finden.
Schritt 1: Den eigenen Energiebedarf und Stromverbrauch kennen
Mit einer PV-Anlage gehen komplexe Vorüberlegungen einher. Vor allem, wenn Sie selbstständig Ihre Solaranlage planen wollen. Möchten Sie die eigentliche Umsetzung lieber Experten überlassen, Ihre Anforderungen jedoch genau kennen, dann gehen Sie folgt vor:
Stromverbrauch analysieren
Analysieren Sie Ihren Stromverbrauch und Ihre Stromkosten der letzten fünf Jahren. So erhalten Sie einen Überblick über die Entwicklung Ihres Stromverbrauchs und Ihrer Stromkosten pro kWh.
Energiebedarf bestimmen
An Ihrem Stromverbrauch erkennen Sie Ihren Energiebedarf. Zur Orientierung:
- 2-Personen-Haushalte: ca. 3.000 kWh im Jahr
- 4-Personenhaushalte: ca. 4.500 kWh im Jahr
Beziehen Sie auch geplante Anschaffungen wie E-Fahrzeuge mit ein, die sich auf den Bedarf auswirken werden.
Eigenverbrauch und Einspeisung definieren
Aus Ihrem Energiebedarf leiten Sie ab, wieviel Sie davon mit Solarstrom abdecken möchten und wieviel kWp dafür nötig sind.
- 10 kWp Anlage: Jahresertrag ca. 10.000 kWh
- Ohne Speicher: bis zu 40 % Eigenverbrauch
- Mit Speicher: bis zu 75 % Eigenverbrauch
Je mehr Eigenverbrauch die Anlage abdeckt und je weniger Netzstrom Sie brauchen, desto rentabler.
Ertrag und Einspeisevergütung 2026
Überschüssigen Solarstrom speisen Sie in das Stromnetz ein und erhalten dafür eine Einspeisevergütung nach EEG 2026: aktuell ca. 7,20 Cent pro kWh.
Beispielrechnung 2026:
2.500 kWh eingespeister Strom × 0,072 € = 180 € jährliche Einnahmen
Schritt 2: Eine Standortanalyse und Flächenprüfung durchführen
Fast wichtiger als Ihr Energiebedarf ist die Frage, wo und wie die Montage erfolgen soll. Neben dem klassischen Hausdach bieten Freiflächen oder Parkplätze ideale Voraussetzungen für moderne Solarcarports. Dies bestimmen vor allem diese fünf Aspekte:
Verfügbare Fläche (Dach & Stellplatz)
Von Größe und Ausrichtung der Fläche hängt maßgeblich die Wirtschaftlichkeit und Dimensionierung Ihrer PV-Anlage ab. Als Faustregel gilt:
- 1 kWp benötigt ca. 5 m² Fläche
- Ab 10 kWp: ca. 50 m² Gesamtfläche erforderlich (entspricht etwa der Dachfläche eines Einfamilienhauses oder 2–3 Pkw-Stellplätzen für einen Solarcarport)
Besonderheit: Standortanalyse für Solarcarports
Wenn Sie die Installation eines Solarcarports auf Ihrem Parkplatz oder Grundstück planen, müssen im Vorfeld spezifische bauliche Bedingungen geprüft werden:
- Fundament und Bodenbeschaffenheit: Im Gegensatz zur Dachmontage erfordert ein Solarcarport ein solides Beton- oder Schraubfundament, das die Traglast der Aluminium- oder Stahlkonstruktion sicher aufnimmt.
- Einfahrthöhe und Stellplatzmaße: Die Konstruktion muss auf die Fahrzeugtypen (Pkw, SUV oder Transporter) und die nötige Rangierfreiheit abgestimmt sein.
- Zufahrt und Kabelwege: Prüfen Sie den optimalen Leitungsweg vom Stellplatz zum Hausanschlussraum bzw. zum Wechselrichter und der geplanten Wallbox.
Ausrichtung und Neigung
Die Idealbedingung für PV-Module ist eine Süd-Ausrichtung mit 30 bis 40 Grad Neigungswinkel. Bei Ost-West-Ausrichtungen ist eine Neigung von 0 bis 20 Grad optimal. Moderne Solarcarports nutzen oft flachere Neigungswinkel (ca. 5 bis 15 Grad), um maximale Stabilität und harmonische Optik zu vereinen, während die Module dennoch effizient reinigend wirken.
Beschaffenheit, Statik und Lasten
Die Tragkonstruktion – ob Hausdach oder Carport-Gestell – muss extremen Witterungsbedingungen standhalten. Bei der Standortanalyse müssen die lokalen **Windlastzonen** und **Schneelastzonen** zwingend berücksichtigt werden, um die statische Sicherheit und eventuelle Zertifizierungen (z. B. CE-Konformität) zu gewährleisten.
Verschattung
Die geographische Lage sowie umliegende Objekte wirken sich direkt auf den Ertrag aus. Achten Sie bei Dächern auf Schornsteine oder Satellitenschüsseln. Bei Solarcarports im Hof- oder Einfahrtsbereich ist besonders auf den Schattenwurf durch das Hauptgebäude, Nachbarhäuser, Bäume oder Straßenlaternen zu achten.
Schritt 3: Die erforderliche Anlagengröße bestimmen
Sie kennen nun Ihren Stromverbrauch und haben die Gebäudesituation analysiert. Jetzt lassen sich die Dimensionierung und Leistung definieren.
- Deutschland Durchschnitt: 8 bis 15 kWp auf Einfamilienhäusern
- 5 kWp: ca. 5.000 kWh Jahresertrag
- 10 kWp: ca. 10.000 kWh Jahresertrag
- 10 kWp umfassen etwa 23 bis 25 Module
Wichtig: Wählen Sie eine Dimensionierung, die auch einen zunehmenden Eigenverbrauch abdecken kann. Größere Anlagen sind wirtschaftlicher und amortisieren sich schneller.
Schritt 4: Die richtigen Komponenten auswählen
Wechselrichter
Das Herzstück jeder PV-Anlage. Er wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um, steuert die Anlage und schützt vor Überlastungen. Der Wirkungsgrad sollte zur kWp-Leistung passen.
Verkabelung
Witterungs-, temperatur- und UV-beständig. Der Anschluss an das Stromnetz darf nur durch eingetragene Elektriker erfolgen.
Optionale Komponenten
- Speicher: Bei 10 kWp empfiehlt sich ein 10 kWh-Speicher
- Wallbox: Pro Wallbox zusätzlich 2,5 kWp PV-Leistung kalkulieren
- Mess-Systeme: Zweirichtungszähler für korrekte Abrechnungen
Schritt 5: Wirtschaftlichkeitsprüfung durchführen
Bei optimalen Bedingungen amortisieren sich 8 bis 15 kWp Anlagen in etwa 8 bis 11 Jahren. Mit Speicher beträgt die Amortisationszeit 10 bis 15 Jahre.
Beispiel:
10 kWp PV-Anlage inkl. Speicher und Montage (ca. 20.000 €)
Bei 60 % Eigenverbrauch amortisiert sie sich in etwa 8 Jahren.
Schritt 6: Genehmigungen einholen und rechtliche Anforderungen erfüllen
- Baugenehmigungen: Meist nur bei denkmalgeschützten Gebäuden
- Registrierung beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister: Pflicht
- Anmeldungen beim Finanzamt: Hängt von Gewinn und Art ab
- EEG-Vorgaben: Erforderlich für Einspeisevergütung
Alternativ: PV-Anlage von Experten planen lassen
Von einer eigenständigen Planung und Umsetzung wird oft abgeraten – Herstellergarantien setzen eine fachgerechte Installation voraus.
Experten übernehmen Planung, Montage, Inbetriebnahme und Nachbetreuung – weniger Aufwand, optimale Lösung aus einer Hand.
Haben Sie konkrete Fragen zu Ihrem Projekt?
Wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich – zu Standort, Größe, Statik und Förderung.
Jetzt unverbindlich anfragen →